MPU Grauzone: Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz?
Ihr Promillewert bewegt sich zwischen 1,9 und 2,1 ‰ - damit liegen Sie im Übergangsbereich. Offiziell gelten 2 ‰ als "Schallmauer" für kontrolliertes Trinken. Aber diese Grenze ist nicht messerscharf. Eine ganze Reihe weiterer Faktoren entscheidet darüber, welchen Weg der MPU-Gutachter für angemessen hält.
Warum 2 Promille keine starre Grenze ist
In den Beurteilungskriterien der MPU wird zwar 2 ‰ als Richtwert genannt, aber der Gutachter muss den Gesamtzusammenhang berücksichtigen. Das bedeutet: Ein Wert von 2,0 ‰ führt nicht automatisch zu Abstinenzforderung, und ein Wert von 1,8 ‰ garantiert nicht automatisch kontrolliertes Trinken. Der Gutachter schaut sich das Gesamtbild an.
Welche Faktoren in der Grauzone entscheiden
Folgende Einflussgrößen spielen eine wichtige Rolle bei der Frage, ob kontrolliertes Trinken bei Ihnen noch akzeptiert wird:
- Lebensalter: Bei jüngeren Fahrern wird ein hoher Promillewert eher als Zeichen mangelnder Reife gewertet. Bei älteren Fahrern eher als Hinweis auf erhöhte Alkoholgewöhnung.
- Uhrzeit der Kontrolle: Wer morgens mit 2 ‰ am Steuer erwischt wird, zeigt damit eine deutlich höhere Alkoholtoleranz als jemand der abends nach einer Feier kontrolliert wird.
- Vorgeschichte: Gab es bereits früher auffälliges Trinkverhalten? Auch ohne vorherige Verkehrsdelikte kann der Gutachter Hinweise auf problematischen Konsum erkennen.
- Verhalten bei der Kontrolle: Wie ausfallend waren Sie? Konnten Sie noch normal sprechen und laufen? Je "normaler" Sie bei hohem Promillewert wirkten, desto höher schätzt der Gutachter Ihre Alkoholgewöhnung ein.
- Tatumstände: War die Fahrt geplant oder spontan? Waren Sie allein oder hat jemand Sie zum Fahren verleitet?
Die strategische Herausforderung
In der Grauzone stehen Sie vor einer schwierigen Entscheidung: Kontrolliertes Trinken versuchen oder von Anfang an auf Abstinenz setzen? Beide Wege haben Vor- und Nachteile:
Kontrolliertes Trinken ist angenehmer im Alltag und spart die Kosten für Abstinenznachweise. Aber wenn der Gutachter bei der MPU findet, dass Ihr Promillewert dafür zu hoch war, stehen Sie mit leeren Händen da.
Abstinenz mit Nachweisen ist aufwändiger und teurer, aber Sie sind auf der sicheren Seite. Der Gutachter kann Ihnen die Abstinenznachweise nicht wegdiskutieren.
Gerade in der Grauzone ist es deshalb besonders wichtig, die richtige Strategie für Ihren konkreten Fall zu wählen. Und zwar rechtzeitig - denn Abstinenznachweise brauchen Vorlaufzeit.
In der Grauzone ist gute Beratung entscheidend
Die Grauzone ist genau der Bereich, in dem professionelle MPU-Vorbereitung den größten Unterschied macht. Wer hier die falsche Entscheidung trifft, verliert Monate - entweder weil er unnötigerweise Abstinenznachweise sammelt, oder weil er ohne Nachweise zur MPU geht und durchfällt.
In meinem kostenlosen Erstgespräch per Videokonferenz analysiere ich Ihren Fall und gebe Ihnen eine klare Empfehlung, welcher Weg für Sie der sicherste ist:
Weiterführende Informationen
- Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz: Die ausführliche Übersicht
- Alkohol-Abstinenz: Was kommt auf Sie zu?
- Die Deliktgruppen A1, A2 und A3 verstehen
- Gefährliche Fehler bei der MPU vermeiden