F.A.Q.
Alles was Sie über die MPU wissen wollen
Allgemeines:
- Wann verjährt die MPU?
- Kann man die MPU umgehen?
- Welche Fragen stellt der Gutachter?
- Welche MPU-Stelle ist die beste?
- Panik vor der MPU?
- Die Wahrheit sagen bei der MPU?
Wenn es schief gegangen ist:
- Bei der MPU durchgefallen
- Widerspruch einlegen?
- Wie oft darf man MPU machen?
- Warum fällt man durch?
- Es gibt ein Leben nach der MPU
Rund um Alkohol und Drogen:
- Abstinenznachweise: wichtig zu wissen
- Haaranalyse oder Urinscreening?
- Brauche ich Alkohol-Abstinenz?
- Kontrolliertes Trinken bei 2 ‰?
- Wiederholungstäter mit niederen Promillewerten
- Gefährliche Trinkmotive
- Cannabis: Nicht alles darf man jetzt wirklich
Rund um Verkehrsdelikte:
Rund um Medikamente:
Warum fällt man bei der MPU durch?
Die offizielle Durchfallquote bei der MPU liegt seit Jahren bei etwa 40 %. Wer unvorbereitet zur MPU geht, hat jedoch ein deutlich höheres Risiko – hier fallen 85–90 % durch.
Ein häufiger Irrtum ist, dass man bei der MPU durchfällt, weil man "falsche Antworten" gibt. In Wirklichkeit scheitern viele daran, dass ihre Aussagen nicht zusammenpassen oder oberflächlich bleiben.
Auch fehlende Selbstreflexion ist ein häufiger Grund. Wer nur äußere Umstände verantwortlich macht ("Pech gehabt"", "war nur einmal"), zeigt nicht die notwendige Einsicht – und das führt oft zum Nichtbestehen.
Die oben genannten 40 % sind natürlich eine erschreckend hohe Zahl. Man könnte Böswilligkeit dahinter vermuten ("Beim ersten Mal fällt man grundsätzlich immer durch, dagegen kann man gar nicht tun!") oder inoffiziell tolerierte "Geldmacherei". Das wird der Realität aber nicht gerecht.
Vorbereitungskurs bei dem Anbieter machen, bei dem man nachher auch die MPU machen wird?
Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass man dann nicht durchfallen würde. Die Statistik widerlegt das aber klar. Weil schon vor vielen Jahren festgelegt wurde, dass nicht nur MPU-Gutachter nicht auch Kursleiter von Vorbereitungskursen sein darf, sondern sogar die Trägerinstitute nicht identisch sein dürfen, sollte man da nicht auf "Wunderheilungen" hoffen, meine ich.
Auch die Hoffnung, dass man nach negativem Gutachten beim 2. Anlauf "milder" bewertet werden würde, ist durch nichts zu belegen. Der gleiche Gutachter darf es sowieso nicht sein, und man sollte auch nicht erwarten, dass das Gespräch schon so ähnlich laufen wird wie beim ersten Mal.
Wie oft darf man MPU machen?
Sie können die MPU unbegrenzt wiederholen – bis Ihr Geld aufgebraucht ist…
Sinn der MPU ist es ja, Ihnen Gelegenheit zu geben zu zeigen, dass Sie Ihr problematisches Verhalten im Straßenverkehr aufgearbeitet und inzwischen dauerhaft abgestellt haben. Es ist Ihnen selbst überlassen einzuschätzen, wann Sie so weit sind.
Anders als bei vielen Prüfungen gibt es hier kein "Limit". Formal ist die MPU nämlich gar keine Prüfung und auch keine Verwaltungsmaßnahme, sondern eine so genannte vorbereitende Maßnahme zur Einschätzung Ihrer Verkehrstauglichkeit.
Bedenken Sie aber:
Bei der MPU gibt es keinen ermäßigten Tarif bei Wiedervorführung wie bei der HU Ihres Autos, sondern es fällt jedes Mal der volle Betrag an - und das sind ja meistens um die 1000 €…
Wer entscheidet, ob ich Alkohol-Abstinenz machen muss?
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass immer noch viele glauben: "Da frag ich am besten bei der Führerscheinstelle nach!" Tun Sie das nicht! Die Führerscheinstelle ist der falsche Ort für Ihre Frage. Es kann passieren, dass Sie eine gut gemeinte Auskunft bekommen, die vollkommen falsch ist. Der Sachbearbeiter ist einfach nicht kompetent dafür.
Die endgültige Entscheidung fällt erst bei der MPU durch den Gutachter. Er ist dabei aber nicht frei in seiner Entscheidung, sondern an die Beurteilungskriterien gebunden. Da die ja nicht geheim sind, bedeutet das, dass Sie natürlich auch vorher schon wissen was zu erwarten ist.
Nur in den wenigen Fällen, die eben hart an der Kippe stehen, kann es eine Überraschung geben - die ja aber nicht wirklich überraschend ist, wenn Sie sich entsprechend vorbereitet haben.
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Welche Fragen stellt der MPU-Gutachter?
Das Gespräch mit dem psychologischen Gutachter ist der wichtigste Teil der MPU. Viele Teilnehmer scheitern hier, weil sie eine völlig falsche Vorstellung davon haben, welche Fragen gestellt werden und auf was es wirklich ankommt.
Typische MPU Fragen
- Warum ist es zu dem Vorfall gekommen?
- Was haben Sie seitdem verändert?
- Wie stellen Sie sicher, dass so etwas nicht wieder passiert?
- Wie sah Ihr Konsumverhalten früher aus?
- Warum glauben Sie, dass Sie jetzt geeignet sind, wieder Auto zu fahren?
Worauf der Gutachter wirklich achtet
- ob Sie Ihr Verhalten tatsächlich in allen Einzelheiten aufgearbeitet haben
- ob Ihre Aussagen nachvollziehbar und widerspruchsfrei sind
- ob eine echte Verhaltensänderung erkennbar ist
- was Sie vorgesehen haben, damit es nicht zu einem Rückfall in das alte Verhalten kommen wird
Typischer Fehler
Viele bereiten sich falsch vor, indem sie fertige Antworten auswendig lernen. Das fällt im Gespräch sehr schnell auf, weil der Gutachter gezielt nachfragt und tiefer in die Details geht.
Er macht seinen Job nicht erst seit gestern und kennt die typischen Standard-Antworten und wird an den entscheidenden Stellen sehr hartnäckig nach dem WARUM Ihres Verhaltens fragen.
Als Verkehrspsychologe arbeitet er auf den Grundlagen der Lernpsychologie und weiß:
- Menschen tun das immer öfter, was Ihnen etwas angenehm Erlebtes bringt und machen einen großen Bogen um alles Unangenehme.
- Ihr problematisches Verhalten im Straßenverkehr muss für Sie also irgend einen "besonderen Reiz" gehabt haben.
- Er will verstehen: Wie sah dieser Reiz aus? Was ist jetzt an seine Stelle getreten?
Das eigentliche Problem
Die Fragen selbst sind nicht das Schwierige. Entscheidend ist, dass Ihre Antworten zu Ihrer persönlichen Geschichte passen müssen und glaubwürdig sind.
Oft ist es auch so, dass einem das Verhalten, das zur MPU geführt hat, inzwischen einfach peinlich ist. Das ist zwar verständlich, darf aber nicht dazu führen, dass Sie das Geschehene verharmlosen und zu "glätten" versuchen. Besonders oft kommt das bei der Angabe von Konsummengen vor.
Der Gutachter wird sehr genau auf solche Mengenangaben achten und mit gemessenen Werten abgleichen. Unrealistische beschönigte Angaben führen zwingend immer zu einer negativen Prognose!
Wann verjährt die MPU?
Es stimmt tatsächlich, dass auch die "Untaten", die Ihnen schließlich eine Aufforderung zur MPU beschert haben, ein Verfallsdatum haben. Wer eh nur wenig fährt und auf den Führerschein nicht unbedingt angewiesen ist und dann vielleicht momentan knapp bei Kasse ist, kann natürlich auf die Idee kommen: "Momentan mach ich erst mal gar nix!"
Wenn dann mehrere führerscheinlose Jahre vergangen sind, fängt man irgendwann zu rechnen an, wie lang es denn noch dauern würde, bis man ohne MPU den Führerschein wieder kriegen würde.
- Wenn Ihnen der Führerschein entzogen wurde und Sie gar nichts unternommen haben, um ihn wieder zu bekommen, wird 10 Jahre nach Ablauf der verhängten Sperrfrist keine MPU mehr verlangt.
- Wenn Sie eine MPU gemacht haben und dabei durchgefallen sind, ist die Verjährungsfrist 15 Jahre lang.
Die Sache hat aber noch einen Haken, den man nicht übersehen sollte:
Meistens wird nach so langer Zeit ohne Fahrpraxis verlangt, dass theoretische und praktische Fahrprüfung neu gemacht werden müssen. Die Pflichtstunden wie Autobahn, Nachtfahrten usw. müssen nicht gemacht werden.
Auch das ist aber mit Vorsicht zu genießen: Ich wäre mir absolut nicht sicher, ob ich heute "aus dem Stand heraus" die Fahrprüfung bestehen würde, ohne dass ich vorher ein paar Fahrstunden genommen hätte, damit ich weiß, auf was alles der Fahrprüfer heute achtet!
Kann man die MPU umgehen?
Immer wieder kursieren im Internet angebliche "Tricks", um die MPU zu vermeiden. In der Praxis führen diese Wege jedoch fast immer zu noch größeren Problemen.
Der sinnvollste Weg ist es fast immer, die Anforderungen zu erfüllen und sich gezielt vorzubereiten.
EU-Führerschein?
Eine legale Möglichkeit ist es grundsätzlich schon, dass man die MPU in einem anderen MPU komplett neu macht. Verboten ist das nicht. Der Aufwand und die damit verbundenen Kosten sind aber unterm Strich deutlich höher als den Führerschein durch eine bestandene MPU ganz normal in Deutschland zurück zu kriegen.
Das erste Hindernis ist die Frage nach dem Wohnsitz. Es wird verlangt, dass Sie mindestens ein halbes Jahr in dem betreffenden Land schon wohnen - ganz offiziell.
Jetzt ist es ja kein Geheimnis, dass es auf das Thema MPU-Führerschein spezialisierte Anbieter gibt, die hier verschiedene "Hintertürchen" haben (z.B. durch reine Briefkasten-Adressen). Ich will gar nicht diskutieren, wie "korrekt und sicher" das eventuell ist.
Warnen möchte ich aber vor möglichen Fallen:
- Es reicht ja nicht, dass Sie mindestens 1/2 Jahr schon dort gemeldet sein müssen, sondern Sie müssen dort tatsächlich gelebt haben.
- Mir ist ein Fall bekannt, in dem ein solcher EU-Führerschein in Deutschland nicht anerkannt wurde, weil der Sachbearbeiter bei der Führerscheinstelle großen Ehrgeiz entwickelte und nachweisen konnte, dass der Betreffende in der fraglichen Zeit durchgehend als Schichtarbeiter in Stuttgart tätig war und also nicht gleichzeitig auch in Ungarn gelebt haben konnte!
Auch wenn solche Spitzfindigkeit wohl eher die Ausnahme sein dürfte, zeigt dieses Beispiel doch, dass auch hier der "Teufel im Detail" stecken kann.
Kann ich mit 2 ‰ noch kontrolliertes Trinken machen?
2 Promille gelten als die "Schallmauer" für kontrolliertes Trinken. Der Gutachter wird also schon genau hinschauen, bevor er sich entscheidet. Die Grenze liegt aber nicht messerscharf bei Zwei-Komma-Null-Null, sondern mehrere Aspekte spielen eine Rolle:
- Ihr Lebensalter
- die Uhrzeit der Trunkenheitsfahrt
- wie nüchtern Sie noch gewirkt haben
- besondere Auffälligkeiten
Das Gesamtbild ist entscheidend. Dafür können Sie Einiges tun, indem Sie zeigen, dass Sie sich inzwischen intensiv mit der gesamten Problematik befasst haben.
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Bei der Punkte-MPU durchgefallen. Was tun?
Die MPU wegen 8 Punkten oder mehr gilt als die schwerste. Das hat vor allem drei Gründe:
- Wer so fleißig Punkte gesammelt hat, ist meisten ein hartnäckiger Wiederholungstäter. Es liegt deshalb nahe, dass er das auch in Zukunft weiter tun wird.
- Anders als bei Alkohol- oder Drogen-Fragestellung gibt es hier ja keine Abstinenz-Nachweismöglichkeit.
- Der Führerschein ist jetzt ja weg. Sie haben deshalb auch keine Möglichkeit zu zeigen, dass Sie jetzt regelkonform fahren.
Wenn Sie durchgefallen sind, ist es Ihnen also nicht gelungen den Gutachter davon zu überzeugen, dass Sie jetzt ein "neuer Mensch" sind und die Zeiten hinter Ihnen liegen, in denen Regeln kein Thema für Sie waren. Warum das hier besonders schwer ist, hab ich ja schon erklärt. Sie brauchen eine besonders gründliche Vorbereitung auf diese MPU. In reiner Eigenarbeit ist das kaum zu schaffen.
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Welche MPU-Begutachtungs-Stelle ist die beste?
So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Erst mal ist es wichtig zu verstehen, dass jede zugelassene Stelle ein umfangreiches Verfahren bei der Bundesanstalt für Straßenverkehr (BASt) durchlaufen musste. Dadurch ist sicher gestellt, dass alle Stellen nach den gleichen Vorgaben die Begutachtung durchführen müssen. Ich finde, das ist schon mal eine gute Voraussetzung. Unterschiede gibt es aber doch. Das liegt einfach daran, dass hier Menschen arbeiten und nicht Maschinen.
Ein Problem kann darin liegen, dass es bei der Begutachten an vielen Einzelfragen einen Ermessensspielraum gibt. Der Gutachter muss sich dann fragen: "Reicht mir das so, wie es der Klient rüber gebracht hat, oder ist es mir 'zu dünn'?"
So ist z.B. zu beobachten, dass es bei Fragen rund um Drogen-Themen eine gewisse Tendenz gibt, dass in Bayern strengen beurteilt wird als in NRW oder Berlin. Beliebig groß ist der mögliche Spielraum aber nicht. Man sollte das Problem also nicht überschätzen.
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Bei der MPU durchgefallen
Anders als bei vielen Prüfungen gibt es hier kein Limit. Sie können beliebig viele Versuche starten die MPU zu bestehen. Wenn Sie aber durchgefallen sind, drängt sich ja schon die Vermutung auf, dass Ihre Vorbereitung nicht gut genug war oder irgendetwas totaal daneben gegangen ist.
Wenn Ihnen der Gutachter eine negative Prognose ausspricht (zu deutsch: durchgefallen!), dann muss er das auch konkret schriftlich begründen. Diese Begründung sollten Sie sich aufmerksam durchlesen. Verstehen Sie, warum die Begutachtung negativ ausgefallen ist? Falls nicht, können Sie den Gutachter um ein klärendes Gespräch bitten. Er wird versuchen Ihnen das, was er im Gutachten auf "Fach-Chinesisch" geschrieben hat. in einfacheren Worten zu erklären.
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2x erwischt mit unter 1 ‰: Geht kontrolliertes Trinken noch?
Sie sind trotz der relativ niederen Werte leider doch ein Wiederholungstäter und damit abstinenzpflichtig bei der MPU. Schließlich haben Sie ja mit Ihrem Verhalten deutlich gezeigt, dass der "Warnschuss" von 4 Wochen Fahrverbot und 500 € Bußgeld bei Ihnen nicht gewirkt hat. Deswegen wird es sehr schwer sein den Gutachter davon zu überzeugen, dass Sie sich in der Zwischenzeit so radikal geändert haben, dass keine weitere Trunkenheitsfahrt zu befürchten ist.
Er kennt nämlich die Statistik:
- Von denen, die eine Alkohol-MPU erfolgreich absolviert haben, hat 5 Jahre später fast jeder Dritte den Führerschein wieder wegen Alkohol verloren.
- 10 Jahre später sieht es noch krasser aus: Nahezu die Hälfte ist ohne Führerschein.
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Cannabis auf Rezept
Cannabis auf Rezept verschrieben zu bekommen scheint auch eine verlockende Möglichkeit zu sein um kostenlos seinen Konsum ganz legal abwickeln zu können. Es ist ja kein Geheimnis, dass es Ärzte gibt, die mit solchen Verschreibungen "recht großzügig" umgehen. Vermutlich werden sich solche Angebote zwar hart an der Grenze des Legalen bewegen, Tatsache ist aber, dass es sie eben gibt. Das weiß natürlich auch der MPU-Gutachter.
Interessant ist die Frage, wieso das ein Thema sein kann, das überhaupt etwas mit MPU zu tun hat. Die Begründung dafür ist in der möglichen Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit zu sehen.
Wenn Sie Cannabis-Patient sind, in eine Kontrolle kommen und der THC-Aktivwert oberhalb des aktuellen Grenzwerts von 3,5 ng/ml liegt, würde das zumindest auffallen. Nehmen wir an, Sie zücken dann Ihr ganz legales Rezept, sind Sie ja erst mal aus dem Schneider. Falls der kontrollierende Polizist besonders eifrig ist und das Ergebnis an die Führerscheinstelle weiterleitet, kann es sein, dass der dortige Sachbearbeiter beschließt, dass man das doch genauer überprüfen sollte: MPU mit M-Fragestellung (= MPU wegen medizinischer Anlässe) kommt auf Sie zu.
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Aggressives Verhalten im Straßenverkehr
Die V-Gruppe der MPU-Fragestellungen enthält wesentlich mehr als nur Delikte, die Punkte erzeugt haben. So kann es durchaus passieren, dass man sich eine MPU "einfängt" wegen einer Verhaltensweise, die man selber ganz anders erlebt hat als der Vorwurf, mit dem man jetzt konfrontiert wird.
Der Klassiker solcher Verhaltensweisen ist ausgeprägtes Drängeln in Form von Lichthupe, hupen und dichtem Auffahren. Ganz entscheidend ist dann oft, welche Zeugenaussagen es dazu gibt. Wenn Sie allein unterwegs waren und Ihr "Gegner" vier Mitfahrer hatte, die jetzt gegen Sie aussagen, haben Sie den Schwarzen Peter.
Allen Verhaltensweisen gemeinsam ist es, dass sich solche Situationen manchmal stark aufschaukeln und schließlich zu gefährlichen Kurzschluss-Reaktionen führen können. Darin wird eine besondere Gefahr gesehen.
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Panik vor der MPU?
Viele haben geradezu panische Angst vor der MPU: Es ist ja ein teurer Spass, bei dem es immerhin um den geliebten Führerschein geht. Ein gewisses Maß an Nervosität ist ja bei jeder Prüfung ganz normal. Wenn dieser Zustand aber zu dominant wird, ist das keine gute Voraussetzung.
Dagegen lässt sich aber was tun: Je genauer Sie wissen was bei der MPU auf Sie zu kommen wird, Um so weniger bedrohlich wird die ganze Angelegenheit. Der Gutachter legt es ja nicht drauf an Sie möglichst trickreich aufs Kreuz zu legen, sondern er will einfach sehen, wie gründlich Sie inzwischen alles aufgearbeitet haben und welche Veränderungen durchgeführt.
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Gefährliche Trinkmotive
"Warum haben Sie so viel getrunken?" So oder ähnlich wird Sie der MPU-Gutachter fragen. Alkohol ist in unserer Gesellschaft die Volksdroge Nummer eins. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass bei vielen Gelegenheiten Alkoholkonsum als völlig normal gilt. Auch bei der MPU wird das nicht bestritten. Man hat sich darauf verständigt, was als gesellschaftlich übliche Trinkmenge anzusehen ist: Bis zu 0,8 ‰ bis maximal 1 ‰ braucht man keinen besonderen Grund zum Trinken.
Der Promillewert, wegen dem man bei der MPU landet, liegt aber deutlich höher (1,6 ‰ nämlich). Der Gutachter will heraus kriegen, warum Sie deutlich mehr als "gesellschaftlich üblich" getrunken haben. Es muss eine Ursache dafür geben, wird angenommen.
Immer wieder ist zu hören: "Es gab keinen besonderen Grund. Mir schmeckt's halt!" Wer so antwortet hat schon verloren: Mangelnde Aufarbeitung wird nachher im negativen Gutachten stehen.
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Cannabis: Nicht alles darf man jetzt wirklich
Seit dem 1.4.2024 ist Cannabis ja - mit gewissen Einschränkungen - legalisiert worden. Mit Blick auf die MPU besteht eine wesentliche Änderung darin, dass Canabis nicht mehr als Betäubungsmittel gilt. Nicht nur der Aktiv-kGrenzwert wurde von 1,0 ng/ml auf 3,5 ng/ml angehoben, sondern es wurde insgesamt eineweitgehende Annäherungen an die vergleichbaren Bestimmungen bei Alkohol durchgeführt.
Tückisch ist aber ein völlig anderes Verhalten von Cannabis was den Abbau angeht: Während ein trainierter Trinker Alkohol eher etwas schneller abbaut als ein ungewohnter Trinker, verhält es sich bei Cannabis nicht nur genau andersrum, sondern der Unterschied ist sogar enorm hoch. Das hat zur Folge, dass ein Konsument, der jeden Tag kifft, faktisch gar nicht mehr unter die 3,5 ng/ml kommt und deshalb gar nicht mehr fahren darf - also Vorsicht!!!
Eine Tabelle finden Sie unter dem Link.
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Die Wahrheit sagen bei der MPU?
Ich werde immer wieder gefragt: "Soll ich denn wirklich sagen wie das alles gewesen ist?" Dazu muss ich etwas weiter ausholen:
- Es ist enorm wichtig, dass Sie den genauen Inhalt Ihrer Führerscheinakte kennen. Dort sind oft Zeugenaussagen, Ihre eigenen Angaben (z.B. bei der Blutprobe gemacht) und noch viel mehr drin. Ihre Führerscheinakte ist die Grundlage, auf die sich der MPU-Gutachter stützen muss. Wenn Sie bei der MPU etwas sagen, das dem Inhalt der Führerscheinakte widerspricht, entsteht ein ernsthaftes Problem: Der Gutachter hat keine Gelegenheit zu überprüfen was jetzt stimmt und was nicht. Das hat zur Folge, dass er keine Prognose erstellen kann - durchgefallen!
- Der französische Philosoph Voltaire hat gesagt: "Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen." Diesen Rat sollte man sich für die MPU sehr zu Herzen nehmen. Natürlich würde nicht jede Abweichung von der Wahrheit automatisch sofort auffallen. Erfahrungsgemäß ist es aber keine gute Idee mit einer komplett ausgedachten "Story" zum Gutachtergespräch anzutreten. Es ist doch eh klar, dass Sie sich irgendwas Krasses geleistet haben (sonst wären Sie ja jetzt nicht bei der MPU). Wozu also eine erlogene Story bringen und nicht gleich den eigenen Fall schildern?
- Zurück zu Voltaire: Unüberlegte Gesprächigkeit wäre pures Gift. Wozu über Ereignisse plaudern, die nie aktenkundig geworden sind? Das ist ein wichtiger Aspekt, der in meiner MPU-Vorbereitung thematisiert wird was Sinn macht und was nicht.
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Bei der MPU durchgefallen. Widerspruch einlegen?
Sie sind bei der MPU durchgefallen? Nur ein kleiner Trost: Damit sind Sie nicht allein. Mehr als 40 % fallen jedes Jahr durch. Spontan kommt der Gedanke:" Das lass ich mir nicht gefallen, da eg ich Widerspruch ein!" Oft merkt man erst dann, dass es gar keine Widerspruchs-Möglichkeit gibt.
Der Grund dafür ist eine juristische Spitzfindigkeit: Der Teil der MPU, der bei der MPU-Stelle stattfindet, gilt als unterstützende Maßnahme und ist offiziell nicht Teil des Verwaltungsakts.
Welche Möglichkeiten Sie - zumindest theoretisch - trotzdem haben, erfahren Sie unter dem Link hier drunter.
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Kopf hoch: Es gibt ein Leben nach der MPU!
Wenn der Brief mit der schlechten Nachricht im Briefkasten liegt, scheint für manche die Welt zusammen zu brechen. Ich kann's gut verstehen, weil für mich Verzicht auf den Führerschein eine echte Katastrophe wäre. Um so wichtiger ist es da:
- keine unüberlegte Kurzschlussreaktion zu begehen
- die genaue Ursache für das Scheitern der MPU zu analysieren
- den nächsten Anlauf wirklich wasserdicht vorbereitet anzugehen
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Abstinenz-Nachweise: wichtig zu wissen
Wenn Sie abstinenzpflichtig sind, ist es keine besonders gute Idee einfach zur nächstgelegenen MPU-Stelle zu gehen. Sie können eine Menge Geld sparen, wenn Sie die Preise vergleichen. Schauen Sie also nach, welche geeigneten Labors es bei Ihnen in der Nähe gibt und erfragen die Preise.
MPU-Stellen wie TÜV, Dekra u.a. betreiben ja kein eigenes Labor, sondern lassen die Urin- oder Haarproben bei einem zugelassenen Labor analysieren. Als Großkunde werden sie vermutlich sogar Sonderkonditionen haben. Der Preis, den Sie bei der MPU-Stelle bezahlen müssen, ist aber fast immer erheblich höher.
Ein Beispiel: Die mir bekannte derzeitige (2025) Preisspanne für exakt dieselbe Leistung erstreckt sich von 65 € bis 440 €.
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Haaranalyse oder Urin-Screening: Vor- und Nachteile
Wenn man Abstinenznachweise brauche, stellt sich immer die Frage, ob man sich für eine Haaranalyse entscheidet oder konventionell für Urinproben. Vorausgesetzt man hat ausreichend lange unbehandelte Haare (das bedeutet: die Haare dürfen auf keinen Fall gebleicht sein), hat man freie Auswahl. Pro Zentimeter Haarlänge wird ein Monat nachgewiesen. Für Alkohol sind jeweils maximal 3 Monate möglich, für Drogen 6 Monate.
Ein wesentlicher Vorteil bei Haaranalysen ist, dass man rückwirkend Nachweise erbringen kann und flexibler ist in der Auswahl des Labors, weil ja keine kurzfristige Einbestellung erfolgt. Zu berücksichtigen ist aber, dass eine gewisse "Sicherheits-Zeitspanne" eingehalten werden muss ab dem letzten relevanten Konsum, weil die Haare ja erst durch die Kopfhaut raus wachsen müssen.
Für Urin-Screenings muss vorher ein Vertrag abgeschlossen werden, weil man sehr kurzfristig einbestellt wird zur Abgabe einer Urinprobe. Man ist dadurch wesentlich "angebundener", weil man innerhalb eines Tages erscheinen muss, damit nicht der gesamte bereits geleistete Nachweis verfällt. Man muss sich deshalb unbedingt vorher abmelden, wenn man mal ein paar Tage wegfahren möchte. Das kann eventuell ja auch beruflich nötig sein.
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