Kontrolliertes Trinken bei der MPU: Ihr Promillewert erlaubt es
Ihr Promillewert liegt unter 1,9 ‰ und Sie sind Ersttäter. Das bedeutet: Sie müssen für die MPU nicht zwingend komplett auf Alkohol verzichten. Kontrolliertes Trinken ist eine realistische Option. Allerdings hat der Begriff bei der MPU eine ganz andere Bedeutung als im Alltag.
Was kontrolliertes Trinken bei der MPU wirklich bedeutet
Kontrolliertes Trinken heißt nicht einfach "ein bisschen weniger trinken als früher". Der MPU-Gutachter erwartet, dass Sie ein klar definiertes und bewusst gesteuertes Trinkverhalten entwickelt haben. Das bedeutet konkret: Sie wissen vor jedem Trinkanlass genau, wie viel Sie trinken werden, und Sie halten sich auch daran. Kein spontanes Weitertrinken, keine Ausnahmen bei Feiern, kein "heute ist es halt mehr geworden".
Viele MPU-Kandidaten unterschätzen, wie präzise der Gutachter hier nachfragt. Es reicht nicht zu sagen "Ich trinke jetzt weniger". Sie müssen konkrete Mengen, Anlässe und Ihre persönlichen Regeln benennen können. Und diese Angaben müssen zu Ihrer Vorgeschichte und Ihrem Alltag passen. Widersprüche fallen dem Gutachter sofort auf.
Was der MPU-Gutachter von Ihnen erwartet
Der Gutachter will sehen, dass Sie Folgendes leisten können:
- Trennung von Trinken und Fahren: Sie haben verstanden, warum das vorher nicht funktioniert hat, und können glaubhaft erklären, was sich geändert hat.
- Realistische Selbsteinschätzung: Sie können ehrlich einschätzen, welche Rolle Alkohol in Ihrem Leben spielt und gespielt hat.
- Feste Trinkregeln: Sie haben sich klare Grenzen gesetzt - maximale Menge pro Anlass, Situationen in denen Sie gar nicht trinken, zeitlicher Abstand zum Autofahren.
- Rückfallvermeidung: Sie wissen, welche Situationen für Sie kritisch sind, und haben Strategien um damit umzugehen.
Typische Fehler bei kontrolliertem Trinken
Es gibt Fehler, die bei der MPU mit kontrolliertem Trinken immer wieder vorkommen. Wer unvorbereitet hingeht, tappt fast zwangsläufig in eine dieser Fallen:
- Unrealistisch niedrige Trinkmengen angeben, die der Gutachter nicht glaubt
- Keine konkreten Regeln nennen können, sondern nur vage Absichtserklärungen
- Nicht erklären können, warum es beim Delikt zur Trunkenheitsfahrt kam
- Die eigene Alkoholgeschichte beschönigen oder herunterspielen
Jeder dieser Fehler kann dazu führen, dass der Gutachter Zweifel bekommt - und Zweifel bedeuten bei der MPU ein negatives Gutachten.
Warum professionelle Vorbereitung den Unterschied macht
Auch wenn kontrolliertes Trinken die "einfachere" Variante gegenüber Abstinenz ist: Ohne gründliche Vorbereitung ist die Durchfallquote hoch. In meiner MPU-Vorbereitung arbeiten wir gemeinsam heraus, was der Gutachter in Ihrem konkreten Fall hören muss. Dabei geht es nicht darum auswendig gelernte Antworten zu liefern, sondern darum dass Sie Ihre tatsächliche Veränderung überzeugend und nachvollziehbar darstellen können.
In meinem kostenlosen Erstgespräch per Videokonferenz können wir Ihren Fall besprechen und klären, ob kontrolliertes Trinken für Sie der richtige Weg ist:
Weiterführende Informationen
- Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz: Die ausführliche Übersicht
- Die Deliktgruppen A1, A2 und A3 verstehen
- Gefährliche Fehler bei der MPU vermeiden
- Die MPU im ersten Anlauf bestehen