kontrolliertes Trinken

Kontrolliertes Trinken bei der MPU: Voraussetzungen, Grenzwerte und Nachweise

Die MPU wegen Alkohol ist der häufigste Begutachtungs-Anlass. Wer die Voraussetzungen dafür erfüllt, wählt möglichst das kontrollierte Trinken. Hier erfahren Sie alles Wichtige und ob es für Sie noch in Frage kommt.

Kontrolliertes Trinken: Die Kernfakten

  • Kontrolliertes Trinken möglich: In der Regel bei Ersttätern unter 1,9 Promille (Gruppe A3)
  • Grauzone: Bei 1,9 bis 2,1 Promille entscheiden weitere Faktoren
  • Abstinenz nötig: Ab etwa 2,1 Promille fast immer, bei Wiederholungstätern, bei Einstufung in Gruppe A1 oder A2. Im Einzelfall entscheidet der Gutachter.
  • Wichtig: Wiederholungstäter müssen fast immer Abstinenz nachweisen, unabhängig vom Promillewert

1. Kontrolliertes Trinken: Was Sie für die MPU dazu wissen müssen

Wer kontrolliertes Trinken im Sinne der MPU betreibt, hat sich für einen Umgang mit Alkohol entschieden, der von der Begutachtungs-Kommission für Fahreignung vorgegebene Grenzen niemals überschreitet.

Man darf also weiterhin Alkohol trinken, hält sich dabei aber konsequent an klar definierte selbst gesetzte Regeln. Vorausgesetzt wird bei kontrolliertem Trinken ein jederzeit bewusster Umgang mit dem eigenen Trinkverhalten.

Es wird erwartet, dass Alkoholkonsum nur geplant und niemals spontan erfolgen darf. So soll gewährleistet werden, dass die vorgegebenen Grenzen sicher eingehalten werden.

Es ist die flexibelste und kostengünstigste Strategie, um die Alkohol-MPU zu bestehen.

Kein MUSS - aber sehr empfehlenswert

Offiziell wird für kontrolliertes Trinken kein Nachweis verlangt. Es hat sich aber eingebürgert, dass Sie Ihre Glaubwürdigkeit deutlich erhöhen können, wenn Sie durch eine Haaranalyse nachweisen, dass Sie nur sehr moderat getrunken haben.

2. Kontrolliertes Trinken: Mit klaren Vorgaben zum Erfolg

Kontrolliertes Trinken heißt nicht einfach weniger trinken. Für die MPU gelten klare Vorgaben: Anzahl der Trinktage, erlaubte Höchstmengen und striktes Planen statt Spontankonsum.

Beachten Sie:

Den Begriff kontrolliertes Trinken gibt es auch im Zusammenhang mit Angeboten, die mit dem Straßenverkehr und dem Führerschein nichts zu tun haben. Schauen Sie sich deshalb genau an, was bei der MPU darunter verstanden wird.


Ein entscheidender Vorteil

Anders als bei Abstinenz - was für die MPU ja als lebenslanger vollständiger Verzicht auf Alkohol verstanden wird - sind für kontrolliertes Trinken keine strikten Nachweise wie kurzfristig angeordnete Urinproben vorgeschrieben. Das spart nicht nur Geld, sondern Sie sind auch angenehm flexibler, weil Sie sich nicht an- und abmelden müssen, wenn Sie mal ein paar Tage weg fahren wollen.

3. Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz?

Es ist naheliegend, dass kontrolliertes Trinken für die Klienten attraktiver ist als Abstinenz. Weiter oben war bereits zu lesen welche Kriterien eine Rolle spielen.

Vor allem, wenn Sie mit Ihrem Promillewert in der "Grauzone" liegen oder wenn bei Ihnen andere erschwerende Kriterien dazu kommen (z.B. hohes Lebensalter oder frühe Tageszeit der Auffälligkeit), sollten Sie sich auf hartnäckige Fragen des Gutachters gefasst machen.

Es macht nur wenig Sinn mit aller Gewalt der Abstinenz aus dem Weg gehen zu wollen, wenn einfach gleich mehrere handfeste Hindernisse dem kontrollierten Trinken im Weg stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nur das Geld rauswerfen und sich eine negative Prognose einhandeln, ist dann einfach zu hoch.

Ja, man kann durch besonders gründliche Vorbereitung durchaus was erreichen und den Spielraum ausdehnen. Nutzen Sie meine kostenlose Erstberatung zur Klärung dieser Fragen.

Ein häufiger Irrtum

Oft begegne ich dem Aberglauben, dass man mit korrekten Abstinenznachweisen die positive Prognose schon so gut wie in der Tasche hätte. Dem ist aber ganz und gar nicht so.

Gerade wenn Sie mit einem relativ mäßigen Promillewert von nur wenig über 1,6 ‰ auch als Ersttäter mit Abstinenz zur MPU antreten, kann das den Gutachter misstrauisch machen:

Was ich damit sagen will: Sie tun sich keinen Gefallen damit, wenn Sie "einfach zur Vorsicht" mit Abstinenz antreten, obwohl kontrolliertes Trinken für Sie naheliegender wäre.

4. Reduzierte Höchstmengen in den neuen Beurteilungs-Kriterien

Durch die Cannabis-Legalisierung 2024 wurde eine Überarbeitung der Beurteilungskriterien nötig, die Anfang 2026 in Kraft traten (5. Auflage). Auf einer Fortbildungsveranstaltung am 8.12.2025 wurden die Änderungen vorgestellt. Fahren unter Cannabiseinfluss wird bei der MPU jetzt weitgehend der bereits bestehenden Regelung bei Alkohol angepasst.

Die offiziellen Grenzwerte bleiben maßgeblich. In Fachkreisen wird allerdings diskutiert, künftig stärker auf niedrigere Werte zu achten. Für MPU-Kandidaten bedeutet das: Je niedriger der Alkoholkonsum, desto glaubwürdiger erscheint kontrolliertes Trinken.

5. Warum ist kontrolliertes Trinken bei der MPU so wichtig?

Die MPU prüft, ob Sie jetzt verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen können. Mit kontrolliertem Trinken zeigen Sie, dass Sie Ihr Verhalten dauerhaft im Griff haben - ein klarer Pluspunkt für eine positive Begutachtung.

Welche Absicht steht hinter kontrolliertem Trinken?

Sie sind in der Vergangenheit durch ein problematisches Verhalten im Straßenverkehr aufgefallen. Es wird Ihnen aber noch zugetraut, dass Sie das wieder in den Griff bekommen können, wenn Sie sich an ganz bestimmte vorgegebene Regeln halten.

Die erlaubten Trinkmengen orientieren sich weitgehend an der 0,5 ‰ Grenze. Wer niemals mehr Alkohol trinkt als zum Überschreiten dieser Grenze nötig wäre, für den stellt sich die Frage nach dem Trennvermögen gar nicht mehr.

Man könnte jetzt provokativ fragen: "Was soll denn daran neu sein?" Die Zielgruppe ist neu. Es handelt sich ja um Verkehrsteilnehmer, bei denen die ausreichende Trennung von Trinken und Fahren schon einmal nicht funktioniert hat.

Vertrauensvorschuss "light" - Sie bekommen noch eine Chance

Durch Ihre Trunkenheitsfahrt haben Sie den pauschalen Vertrauensvorschuss verloren, den Sie nach der Fahrprüfung ja hatten:

Die Vorgaben des kontrollierten Trinkens sind so gestaltet, dass die 0,5 ‰ Grenze gar nicht erreicht wird. Faktisch bedeutet das, dass es egal ist, ob Sie Trinken & Fahren strikt trennen können oder nicht.

Beachten Sie:

Es wird Ihnen jetzt "eine Art Rettungsring verordnet", der darin besteht, dass Sie beim Trinken strikte Vorgaben einhalten. Die Hoffnung besteht darin, dass Sie sich nach mindestens 6 Monaten Training so sehr an diesen Rettungsring gewöhnt haben werden, dass Sie ihn kaum mehr wahrnehmen und die Einschränkungen als was ganz Normales freiwillig beibehalten werden.


6. Erlaubte Mengen für kontrolliertes Trinken

In den aktuellen Beurteilungskriterien wird endlich konkreter formuliert, was man sich unter kontrolliertem Trinken für die MPU vorzustellen hat:

"Der durchschnittliche Alkoholkonsum pro Tag bewegt sich bei maximal fünf mal 24 Gramm pro Woche für Männer bzw. 12 Gramm für Frauen, wobei nie mehr als 60 Gramm an einem Tag getrunken werden."

 
kontrolliertes Trinken, darf man auch Schnaps trinken?
Ist Schnaps generell verboten für kontrolliertes Trinken? Gleich erfahren Sie Genaueres…

Da sich die meisten Leute unter den Gramm-Angaben nicht viel vorstellen können, übertrage ich das mal auf Bier (bezogen auf Männer):

  • an maximal 5 Tagen pro Woche bis 2 Glas Bier zu je 0,3 Liter
  • pro Woche maximal 2,5 Liter Bier
  • nie mehr als 1,5 Liter Bier an einem Tag
  • an mindestens 2 Tagen pro Woche soll man gar keinen Alkohol trinken

An maximal 5 Tagen pro Woche sind das jeweils folgende Höchstmengen umgerechnet auf verschiedene Getränke:

  Mann Frau
Bier 0,6 l 0,3 l
Wein 1/4 l 1/8 l
Schnaps 4 x 2cl 2 x 2cl
 

Nur zu ganz besonderen Anlässen ist auch mal etwas mehr erlaubt:

Zur Frage nach den "harten" Getränken: Auch Schnaps ist nicht verboten. Geschaut wird einfach auf die Menge reinen Alkohols. So lange die nicht überschritten wird, bleibt es Ihnen überlassen, welche Art von Getränken Sie wählen.

Warum so wenig?

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der schönste fest gefasste Vorsatz doch fallen gelassen wird, steigt sobald der Trinkende eine Wirkung des Alkohols zu spüren beginnt. Mit den Mengen, die ich oben genannt habe, ist das aber so gut wie ausgeschlossen.

ACHTUNG:

Die hier genannten Werte sind wirklich die absoluten Obergrenzen! Eine große Gefahr lauert darin, dass Sie im Gespräch angeben "nur wenig getrunken" zu haben, sich aber in einer Haaranalyse zeigt, dass Sie nur haarscharf unter der 30-er Grenze liegen.


In der aktuellen Fassung der Beurteilungskriterien (5. Fassung) findet sich jetzt nämlich folgender Hinweis als Kontra-Indikator:

"Trotz der Angaben des Klienten, in der Zeit vor der Begutachtung nur selten und wenig Alkohol zu sich genommen zu haben, ist EtG in einer Konzentration von ≥20 pg/mg Haar bzw. PEth in einer Konzentration von ≥100 ng/mL Blut nachweisbar."

Man sollte also sehr vorsichtig sein mit Aussagen wie "nur selten und wenig". Die oben genannten Maximalmengen von bis zu 5 Trinkanlässen pro Woche scheint der Gutachter also ganz gewiss nicht so zu sehen!

7. Kontrolliertes Trinken nachweisen

Es gibt eine "Kann-Bestimmung" für das kontrollierte Trinken. Es ist zwar nach wie vor kein Nachweis zwingend nötig, aber in letzter Zeit bürgert sich mehr und mehr ein, dass "freiwillig" eine Haaranalyse gemacht wird über die letzten 3-4 Monate vor der MPU. Wenn der dabei ermittelte Wert über 30 pg/mg liegt, wird das als nicht glaubhaft für kontrolliertes Trinken gewertet. Es ist also dringend anzuraten, dass Sie in den Monaten vor der MPU wirklich nur zurückhaltend Alkohol konsumieren.

Freiwilliger Zwang…?

Zur »Freiwilligkeit« einer Haaranalyse: Oft wird so argumentiert, dass Rest-Zweifel an der Glaubwürdigkeit des kontrollierten Trinkens bestehen und dem Kandidat Gelegenheit gegeben werden soll, diese durch die Haaranalyse auszuräumen - selbstverständlich freiwillig und auf seine Kosten.

Kann man das vermeiden?

Natürlich können Sie mit superkurz geschnittenen Haaren zur MPU gehen. Sie müssen dann aber damit rechnen, dass Sie gerade dadurch erhebliches Misstrauen erzeugen würden, denn Sie wussten ja, dass eventuell nach einer Haaranalyse gefragt werden kann. Das ist sicher nicht in Ihrem Interesse!

Meine Empfehlung:

Es gibt sehr große Preisunterschiede. Stöbern Sie ein bißchen im Internet. Meistens lässt sich einigermaßen in der Nähe ein akkreditiertes Großlabor finden, das eine solche Haaranalyse für ca. 100 € anbietet. Nehmen Sie das wahr und legen Sie diesen Nachweis gleich freiwillig bei der MPU vor.


Was besagt Haaranalyse für kontrolliertes Trinken?

In den Haaren sammelt sich das Alkohol-Abbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) an. Der Grenzwert von 30 pg/mg für kontrolliertes Trinken bei 3 cm Haarprobe erlaubt also einen gewissen Rückschluss auf die in 3 Monaten konsumierte Alkoholmenge.

Nicht erkennen kann man daraus aber das Trinkmuster - also ob täglich eine kleine Menge (z.B. 0,33 l Bier) getrunken wurde oder ob vielleicht alle 6 Wochen ein großes Besäufnis stattgefunden hat (was natürlich absolut nicht zum kontrollierten Trinken passen würde). Diese Information gibt die Haaranalyse nicht her.

Beachten Sie:

Es dauert eine Weile, bis das Haar von der Haarwurzel durch die Kopfhaut gewachsen ist. Deshalb darf nicht naiv so gerechnet werden, dass die abgeschnittenen 3 cm Haare exakt von heute an rückwärts 3 Monate abbilden.


8. Für wen kommt kontrolliertes Trinken in Frage?

Es gibt einen Wermutstropfen: Man kann sich nicht völlig beliebig entscheiden, ob man mit kontrolliertem Trinken zur MPU antreten will oder ob doch Abstinenz nötig ist. Eine feste Voraussetzung gibt es nicht, aber eine Reihe von Merkmalen dafür oder dagegen.

Kontraindikatoren

  1. Wiederholungstat
    Wer in den letzten 10 Jahren schon mal im Straßenverkehr wegen Alkohol auffällig geworden ist und jetzt wieder, der zeigt damit eine erhebliche Unbelehrbarkeit. Bei ihm hat der damalige "Warnschuss" offensichtlich nicht gewirkt ⇒ statistisch schlechte Prognose für kontrolliertes Trinken.
  2. Ist kontrolliertes Trinken für alle Wiederholungstäter ausgeschlossen?
    Eine klare Vorgabe machen die Beurteilungskriterien dazu nicht. Wenn es Ihnen tatsächlich gelingen sollte den Gutachter davon zu überzeugen, dass bei Ihnen wirklich fundamentale Veränderungen stattgefunden haben und Sie sozusagen "ein neuer Mensch" sind, darf er Ihnen das abkaufen und kontrolliertes Trinken akzeptieren. Ich rate davon ab es zu versuchen nach allem, was ich in mehr als 15 Jahren MPU-Vorbereitung erlebt habe.
  3. Altersgrenze
    Diese Grenze ist flexibel. Je höher das Lebensalter, desto geringer der Erfolg mit Kontrolliertem Trinken (das sagt jedenfalls die Statistik). Eine feste Grenze gibt es nicht, aber spätestens oberhalb von 55 bis 60 Jahren wird es zunehmend schwieriger mit kontrolliertem Trinken die MPU zu bestehen.
  4. Promillewert
    Auch hier gibt es einen Übergangsbereich. Als eine gewisse Schallmauer gelten aber 2 ‰ Blutalkohol.
  5. Tageszeit
    Hohe Alkoholwerte kommen in unserer Kultur normalerweise in der Freizeit vor, also überwiegend ab abends. Wer schon morgens oder Vormittags alkoholisiert erwischt wird, hat entweder noch Restalkohol (was auf eine sehr hohe Trinkmenge am Vorabend hindeutet) oder morgens schon wieder getrunken. Beides wird als sehr problematisch angesehen.

Kontrolliertes Trinken: Wie lange mindestens?

Auch hier gibt es eine Vorgabe: Es wird davon ausgegangen, dass kontrolliertes Trinken, wie das für die MPU vorausgesetzt wird, nichts "ganz Normales" ist, sondern sehr aufmerksam stattfinden muss. Es wird angenommen, dass dafür eine längere Phase der Einübung notwendig ist, bis es zu alltäglicher Routine geworden ist. Eine solche Einübungsphase soll mindestens 6 Monate lang gedauert haben.

Beachten Sie:

Es gibt also keine messerscharfe Grenze, für wen kontrolliertes Trinken noch in Frage und für wen nicht mehr kommt. Entscheidend ist der Gesamteindruck Ihres Falles.

Je näher Sie sich bei einem der oben aufgeführten Kriterien an der Obergrenze bewegen, umso mehr muss es Ihr Interesse sein diesen Gesamteindruck durch besonders gute Darstellung in den anderen Kriterien aufzuwerten.


9. Trinkkalender: Was ist das und brauchen Sie das?

Weiter oben haben Sie ja schon erfahren, dass eine wichtige Auswirkung des kontrollierten Trinkens nach Art der MPU darin bestehen soll, dass das neue Trinkverhalten trainiert und verfestigt werden soll bis es dem Klient in Fleisch und Blut übergegangen ist. Dieser erwünschte Vorgang lässt sich beschleunigen je mehr Aufmerksamkeit Sie dem Trinken schenken. Das ist auch der Grund warum jedes Trinkereignis geplant und nie spontan stattfinden soll.

Trinkkalender zur Dokumentation des Alkoholkonsums
Menge und Art der Getränke, Trinkdauer, Trinkanlass, besondere Ereignisse…

Man kann es natürlich auch übertreiben mit dem Protokollieren. Ich meine, es macht keinen Sinn wirklich jedes Getränk erfassen zu wollen. Bei maximal 5 Trinktagen pro Woche und 26 Wochen in den geforderten mindestens 6 Monaten käme das ja einer Strafarbeit gleich. Sie müssen aber schon damit rechnen, dass der Gutachter ziemlich genau nachfragen wird.

Ein klassischer Trinkkalender ist kein Muss und meiner Ansicht nach auch nicht sinnvoll. Sie können aber Pluspunkte sammeln, wenn Sie ohne langes Nachdenken die letzten zwei oder drei besonderen Anlässe parat haben (z.B. Geburtstag des Vaters, eine Hochzeit, der letzte Urlaub…). Es geht einfach darum, dass glaubhaft rüber kommt, dass Sie nicht nur behaupten, dass Sie kontrolliertes Trinken betreiben.

Randbemerkung:

Das kontrollierte Trinken, wie es für die MPU erwartet wird, ist zweifellos ein recht künstliches Konstrukt. Kein realistisch denkender Mensch wird wirklich glauben, dass jemand für den Rest seines Lebens akribisch einen Trinkkalender führen wird. Das dürfte auch den MPU-Gutachtern klar sein. Es geht vor allem darum einen bewussteren Umgang mit Alkohol zu erlernen.

Auch wenn man es so klar nicht sagen darf: So lange Sie in Zukunft trinken und fahren konsequent trennen interessiert es niemanden, ob Sie mal ein Bier mehr als offiziell geplant trinken. Wichtig dabei ist aber, dass Sie verstanden haben, dass Sie zu der großen Gruppe gehören, die dazu neigen, ab einem gewissen Quantum an Alkohol alle guten Vorsätze über Bord zu werfen. Deswegen große Vorsicht!


10. Die wichtigsten Fragen zusammengefasst:

Was bedeutet kontrolliertes Trinken?

Alkoholkonsum nach festen Regeln auf niederem Level, bei dem nur sehr selten ein Promillewert oberhalb von 0,5 ‰ erreicht wird

Wie viel Alkohol ist erlaubt?

Für Männer bis auf sehr wenige Ausnahmen maximal 24 g Alkohol, für Frauen 12 g

Muss man eine Haaranalyse machen?

Man muss nicht, aber Sie erhöhen Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Sie wenigstens für die letzten 3 Monate vor der MPU diesen Nachweis bringen.

Ist Schnaps erlaubt?

Grundsätzlich ja, wenn die Alkoholmenge dabei nicht überschritten wird

Wie lange muss kontrolliertes Trinken eingehalten werden?

Mindestens schon seit 6 Monaten

Reicht kontrolliertes Trinken bei 2 Promille?

Ja, wenn insgesamt sonst günstige Voraussetzungen gegeben sind

Können Wiederholungstäter kontrolliert trinken?

Kontrolliertes Trinken wird bei Wiederholungstätern nur in sehr seltenen Ausnahmefällen akzeptiert.

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(aktualisiert am 4.6.2026)